Leider haben Jonas und ich Metalcon heute schweren Herzens abgeschaltet. Wegen eines urheberrechtlich geschützten Bildes von einer Band, das ein Mitglied hochgeladen hat, haben wir eine Abmahnung bekommen. 1500 Euro wurden gefordert. Durch sowas entsteht für uns ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Inzwischen wird es aber immer schwieriger für uns die Zeit zu finden.

Wir haben seit 2010 keine Änderungen mehr durchgeführt. Das macht uns zwar etwas stolz, dass die Seite schon 6 Jahre ohne Wartung (nicht eine einzige Zeile Code wurde geändert) stabil läuft. Das bedeutet aber auch, dass wir trotz zwei Anläufen in 2011 und 2013, es nicht geschafft haben die Software benutzerfreundlicher zu machen. Zudem machen die „Facebooks“ dieser Welt unserer Community, die zum Schluss ca. 12 Tausend registrierte Nutzer hatte, starke Konkurrenz.

Wer seit 2007 dabei war oder uns persönlich kennt, kann vielleicht ahnen, wie schwierig diese Entscheidung für uns war. In dieses Projekt ist sehr viel Herzblut geflossen. Jens, Jonas und ich haben fast ein Jahr unseres Studiums in 2008 damit verbracht diese Seite zu programmieren, weil wir Bands und Fans näher zusammen bringen wollten. Aber auch Günther, Lisa, Stef und Sebastian die später ins Kernteam kamen sollen hier nicht vernachlässigt werden. Wir haben echt viel an dem Projekt gelernt und auch beruflich davon profitiert – so dass ich persönlich die Abmahnung jetzt auch eher als ein Lehrgeld ansehe. Persönlich hatten wir eine mega coole Zeit an die wir gerne zurück denken!

Im Haus von Jonas Eltern haben wir die erste Version gebaut – sehr zum Entsetzen unserer damaligen Freundinnen haben wir uns 3 Wochen am Stück eingeschlossen. Wir haben Günther dazu geholt, der die folgende Bedingung stellte: „Ich mach euch das Design, aber wir brauchen Bandfotos!“ Auch wenn uns diese Idee jetzt teuer zu stehen kommt: Damals war sie fortschrittlich und erschien für uns nahezu utopisch umzusetzen. Auch wenn wir probiert haben das Urheberrecht von Fotographen zu schützen konnten wir auf Grund des User Generated Contents Fehler nicht ausschließen…

Wir waren die erste Deutsche Website die ein ausführliches Verzeichnis für Metalkneipen und Discos hatte. Ich selbst bin im Sommer 2008 über 5 Festivals gegangen und habe jeden angesprochen und gefragt aus welcher Stadt er kommt und wo er feiern geht und mir Notizen gemacht, um später alles im Web zu suchen und in unseren Location Guide einzutragen. Von Nuclear Blast haben wir damals einen Katalog mit Bands und Alben bekommen, so dass unsere Seite nicht so leer starten musste.

Unsere engsten Freunde haben als Alphatester angefangen die Seite mit Tourdaten zu füllen und unsere Moderatoren haben immer versucht zu prüfen, dass die Qualität der Editierungen ok ist. An beide Gruppen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!!!

Dann haben wir auf Konzerten Flyer verteilt. Die ersten noch auf dem Kopierer an der Mensa vervielfältigt. Später haben wir gemeinsam welche mit unseren Freunden von www.musikreviews.de erstellt. Später haben wir sogar Metalcon shirts gedruckt, die sich einige bestellt haben. Neben den Shirts habt ihr dann auch jede Menge Flyer von uns erhalten.

In der gleichen Zeit haben wir probiert bekannter zu werden in dem wir zum Beispiel unseren ersten Geburtstag im Schlachthof in Wiesbaden mit den Apokalyptischen Reitern und unseren Freunden von Van Canto so wie den Gewinnern unseres Bandvotings Thrashtanica gefeiert haben.

Nicht zu vergessen sind die Aktivitäten aus der Community heraus wodurch wir zum Beispiel beim Benefizlauf Run for Children in Mainz teilgenommen haben. Auch haben wir damals in einem Aprilscherz alle Metalgenres auf Deutsch übersetzt auf unserer Seite angezeigt.

Aber auch wir haben gemerkt, dass wir mit der Software einige Fehler gemacht haben. Das System war in der Benutzung, der Programmierung und in den Abläufen zu komplex. 2 Mal haben wir probiert es komplett neu zu programmieren. 2011 haben Jonas und ich sogar ein Paper veröffentlicht, wie man einen Newsfeed effizient programmieren kann. 2013 hatte ich es sogar geschafft ein Team von 6 Programmieren für 4 Monate am Start zu haben und wir sind sogar recht weit gekommen. Leider haben uns auch da noch ca. 2 Monate Vollzeit mit den 6 Programmierern gefehlt. Wir alle werden auch nicht jünger und es ist schwierig für ein so ambitioniertes Projekt die Zeit zu finden.

Jonas entwickelt mittlerweile eine VR-Anwendung für Produktdesigner namens flyingshapes VR Designer. Jens hat unser Team auf eigenen Wunsch bereits 2009 verlassen und ist mittlerweile in den USA Produktmanager von Yammer, einem Sozialen Netzwerk von Microsoft. Günther hat in Gigbeat einiges umsetzen können, wofür Metalcon zu undynamisch war und ist mit seiner Agentur Opoloo erfolgreich. Lisa arbeitet im Online Marketing in London. Stef kennt ihr ja alle von Van Canto und ich schreibe an meiner Doktorarbeit über statistische Sprachmodelle, betreibe einen Blog über häusliche Gewalt und habe gerade mit meiner Freundin einen Youtube Channel zum Thema Schulden begonnen.

Gerne könnt ihr uns hier einen Kommentar hinterlassen oder an unsere Teamadresse info@metalcon.de schreiben, wenn ihr keine Freunde der Öffentlichkeit seid.

Stay True! Rene im Namen des Teams!

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Hallo Metalfans,

heute möchte ich euch mal erzählen, wie es gerade steht mit der Entwicklung des neuen Metalcon.
Grundlegend haben wir eine Architektur, die unsere Software-Module in drei grobe Aufgabenbereiche einteilt. Den Kern der Sache bilden die Backend-Services. Diese Server-Programme nehmen Anfragen entgegen und geben die entsprechenden Daten an die anderen Komponenten raus. Diesen Bereich haben wir uns als erstes vorgeknöpft, weswegen wir hier auch schon am weitesten fortgeschritten sind.

Dem gegenüber steht das Frontend, was letztendlich das sein wird, was ihr als User von Metalcon in eurem Browser zu sehen bekommt. Damit wir die anderen Module auf das Frontend maßschneidern können, hat ein Teil unseres Team einen ersten strukturellen Entwurf der Seite erstellt, der vor allem klarstellen soll, welche Daten an den jeweiligen Abschnitten der Seite überhaupt gebraucht werden (hat nichts mit Design zu tun. Es geht dabei wirklich nur um die Anordnung und Zusammenhänge). Dazu haben wir zunächst im Plenum fundamentale Entscheidungen getroffen, wie der Aufbau werden soll, um danach schrittweise eine konkrete Vorstellung zu erarbeiten. Da es etwas kompliziert ist, das ganze direkt in formale/digitale Form zu bringen, haben wir die Webseite erst aus Papier gebastelt. Und zwar so, dass sich innerhalb eines Bereichs durch Umblättern navigieren lässt. So konnten wir feststellen, ob der Aufbau grundlegend funktioniert oder es schon auf dieser Ebene hapert.

Papierentwurf der Metalcon-Views

Papierentwurf der Metalcon-Views

Der dritte und letzte Bereich ist das Bindeglied zwischen Front- und Backend, die sogenannte Middleware. Diese organisiert den Datenfluss zwischen Front- und Backend und ist dabei unter anderem für das Load-Balancing verantwortlich. Das heißt, wenn wir mehrere Backend-Server mit der gleichen Aufgabe haben, verteilt die Middleware die Anfragen gleichmäßig an die Server und sorgt damit dafür, dass die vorhandene Hardware möglichst gut ausgenutzt wird. Das ist im übrigen auch der Clou an der Architektur des Metalcon 2.0: Das System ist darauf ausgelegt, dass zum einen jede Aufgabe von einem eigenen Server übernommen werden kann und zum anderen bei Bedarf auch mehrere Server für die gleiche Aufgabe eingesetzt werden können. Einerseits ist es dadurch extrem unwahrscheinlich, dass die komplette Seite überlastet wird, sondern (wenn überhaupt) nur einzelne Komponenten und andererseits können wir dann nach Bedarf einen zusätzlichen Server hinstellen und das Problem ist gelöst.

In Kürze werden wir wieder richtig intensiv weiterarbeiten und dann gibt es hier auch endlich mehr Posts.

Bis dann

Euer Christian

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Metalcon will be back!

Written by christian in Metalcon 2.0

Hallo Metalfans,

viel zu lang gab es nichts neues mehr von Metalcon zu hören, doch damit ist jetzt Schluss. Metalcon wird wieder aufleben, besser als je zuvor. Unterstützt von einem frischen Team haben vor knapp vier Monaten die Arbeiten an einer neuen Version begonnen. Dabei wird die komplette Plattform von Null an neu entwickelt, basierend auf modernen Web-Technologien. Auf diese Art erschaffen wir ein neues Metalcon, auf das ihr jetzt schon gespannt sein könnt.

Jetzt wo wir so richtig aktiv bei der Sache sind, lohnt es sich jetzt endlich wieder, den RSS Feed zu abonnieren, denn weitere Posts werden sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

Wer sich für moderne Web-Entwicklung interessiert, dem kann ich Renés und Patriks Blogs empfehlen.

bis dahin – Stay Heavy!

Euer Christian

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