Mein erster Tag war wie aus dem Bilderbuch. Sane abgeholt und nach Illingen gebrezelt, wo wir zeitgleich mit Phil ankamen und zwar punkt 12h. Einen halben Liter Kaffee später war der erste Take im Kasten und ab da erinnerte das ganze mehr an Maschinengewehrfeuer. An diesem sonnigen Dienstag wurden tatsächlich schon vor der Mittagspause zwei Lieder aufgenommen. Mit allen Nebenstimmen. Nach der zwingend zurückhaltenden Mittagspause (für mich gab es nur 10 Kroketten) stand ich wieder hinter dem Mikro und feuerte beherzte Salven voller Motivation. Jedoch konnte man bei den höheren Tonlagen 10 Kroketten auf meinem Zwerchfell tanzen hören. Naja halb so wild. Wenn ich das Tempo so beibehalte, brauche ich eh einen Tag weniger als geplant, falls nichts dazwischen kommt. Dazu später mehr. Jetzt hab ich erstmal 6 Tage Zeit um den Kartoffelmansch zu verdauen, mehr als genug denke ich. Erstmal ist der Nik dran…gib alles!
Der Montag bricht herein und diesmal ist meine Unterstützung um 100% gestiegen. Til-Boy und Ohlmann sitzen mit mir im Auto und wir hören auf der Fahrt die Ergebnisse meines letzten Spieltages ; ). Kaffee trinkend baue ich das Maschinengewehr hinter dem Mikro auf. Bei dem ein- oder anderen Stück, hat sich seit meinem letzten Besuch noch etwas geändert. Archaisch anklingende Tröten haben sich in die Lieder gemogelt. Nach einem kurzen „Geil“ wird entsichert. Phil fragt noch kurz: „was hast du gesagt?“ Ich sach nur: „Nix ab geeder“. Ja das sind die großen Dialoge, die man bereits eine Woche später schon vermisst. An dieser Stelle lässt sich auch ein Gruß meinerseits nach Illingen nicht mehr vermeiden: Phil wir lieben dich, auch- und wegen deiner Pornohefte. Äh…ja… zuklappen und Feuer frei
Zwei Lieder sind im Kasten und somit wird es Zeit für Middach. Ich verkneif mir heute lieber die Kroketten. Mein Plan für heute ist so einfach wie genial. Ich plane ein vollwertiges Gericht käuflich zu erwerben, um mich damit leicht anzufüttern (man kennt das aus der Tierwelt, es macht gefügig) um mich nach getaner Arbeit daran zu vergehen. Leider hab ich nicht damit gerechnet dass es so fies wird. Ich hab nämlich echt Hunger! Dieser schmerzhafte Gedanke ist einem Bier und den Pornoheften nicht gewachsen, also raus aus dem Kopf.
Ich konzentriere mich Anfangs auf die tiefen Passagen, solang die Stimme noch weit runter will. Gegen Ende des Tages wird es dann immer höher und an der Spitze fahr ich wieder…mmh. Eigentlich hätte ich jetzt auch noch weiter machen können, aber es soll nun mal so sein. Dazu muss man sagen, dass ich eine unverbesserliche Nachteule bin. Um 20h geht es normalerweise erst richtig los. Ich liebe die Nacht.
An dem Tag war es jedoch nicht schlimm zu solch früher Stunde den Arbeitsplatz zu verlassen. Denn was ich mir über den ganzen Tag kaum eingestehen wollte, wurde zu einer absoluten Gewissheit. Bei mir hatte sich eine Zahnwurzel entzündet. Auf dem Heimweg im Auto wurde die Sache leider zu ernst als das ich Sie hätte weiterhin ignorieren können. Der darauf folgende Tag beginnt beim Zahnarzt in der Hoffnung etwas retten zu können und noch ins Studio zu bretzeln, wobei ich mittlerweile aussah wie das missglückte Resultat einer Gentechnischen Forschungsarbeit: Mensch/Hamster. Der Tag ging weiter mit der Schlachterbank der Kieferchirurgie und endete im Bett. Verdammt!
Am Mittwoch habe ich glaube ich durchgehend telefoniert, denn ich wollte am Freitag mein letztes Magazin verschleudern. Als ich am Freitag mit Tillman und Sane das Studio befleckt betrat, schaute ich zunächst auf die käuflich erworbene Vollwert Mahlzeit die noch brav auf mich wartete (würg). Nach der Flucht geriet das wohl in Vergessenheit und ich hatte mich doch so darauf gefreut, hähä. Die großartigsten Stücke warten an diesem Tag auf mich, da ich sie mir (wie das Essen) bis ganz zum Schluss aufgehoben hatte. Dieser Tag war der erste der sich etwas schleppte. Von Maschinengewehr konnte hier nicht so recht die Rede sein. Nach jeder Salve musste erstmal wieder gekühlt werden. Und wieder mal bricht die Mittagspause herein. Diesmal mit einer Besonderheit. Während die anderen Fürstlich zu speisen gedachten, schlurfte ich um die Häuser um mir einen aktuell wütenden Brand einer benachbarten Firma anzusehen. Es war so schön zu sehen wie unsere Steuergelder aus den Auspuffrohren der 6 Brandbekämpfungsfahreuge zum Himmel aufstiegen. Und ich dachte zunächst es wäre der Brand. Dieser loderte jedoch ca. 80m Meter weiter. Ich wollte schon selbst das ca. 120 Jahre alte Dieselagregat stoppen, aber zu mehr als einem Kopfschütteln konnte ich mich dann doch nicht durchringen. Egal zurück an die Arbeit. Noch nen Kaffee, Heft zuklappen und weiter bis zum……….Touchdown. Jubel, Tröten und Himmelsgesänge. Da fliegt selbst das Kühlpad in die Ecke vor lauter Freude. Wir sind Weltmeister…Äh das war ne andere Baustelle.
Jetzt sind wir auf den Mix wohl genauso gespannt wie ihr auf den Release.
(Hotti, Nachtgeschrei)
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